Samenschale
Die Samenschale ist eine schützende Hülle für den Pflanzenembryo. Sie umschließt den Keimling und schützt ihn vor äußeren Witterungseinflüssen und Schädlingen. Die Samenschale wird in der Botanik auch Testa genannt. Die Samenschale bietet dem Pflanzenembryo die Nährstoffe an, die er zum Wachsen benötigt. Die Samenschale bildet sich direkt nach der Befruchtung der Samenanlage aus dem Integumenten aus. Manchmal sind auch zwei Integumenten vorhanden. Eine Samenschale kann aus einer oder mehreren Schichten bestehen, was man wissenschaftlich Mesotesta nennt.
Es gibt aber grundliegende Unterschiede bei den Samenschalen. Es gibt harte und weiche Samenschalen. Die harte Samenschale wird Skleotesta genannt. Beinhaltet die Samenschale aber viele Zuckerstoffe, spricht man von einer Myxotesta. Diese Samenschale quillt zu einem zähen Schleim auf, wenn sie mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommt. Aber nicht nur zum Schutz ist eine Samenschale vorhanden. Sie dient auch zur Verbreitung des Samens im Allgemeinen. Die Pflanze der Baumwolle zum Beispiel besitzt kleine Haare, die zur Samenschale dazugehören. Mithilfe dieser kleinen Härchen kann der Samen verbreitet werden, meist per Luftbewegungen.
Bei der Eibe sieht es wieder anders aus. Rotfleischiges Gewebe umschließt hier die Samenschale, was zum äußeren Schutz dient. Es ist eigentlich eine Umformung der Samenschale. Diese Umformung dient zum Anlocken von Tieren. Diese fressen den Samen, der vor allem für Vögel unglaublich schmackhaft sein muss, und tragen somit zur Verbreitung durch Ausscheidung des Kotes bei. Manche Pflanzen produzieren so festen und starken Samen, bei denen die Samenschale nicht von allein aufplatzen kann, wenn sie in den Boden zum Keimen gelegt werden - bei der Lupinie zum Beispiel. Hier müssen Sie erst die Samenschale anritzen, ehe Sie diese in den Boden bringen. Nur so kann der Keimling heranwachsen. Bei einigen Sorten der Samen müssen Sie aber vorsichtig sein und im besten Fall Handschuhe tragen, wenn Sie diese Art der Samen gewinnen oder in den Boden setzen wollen – sie sind giftig. Rizinus zum Beispiel ist eine hochgradig giftige Pflanze – auch deren Samen und Samenschalen.
Vergiftungserscheinungen treten relativ spät auf – erst nach zwei bis drei Tagen. Es gibt kein Gegenmittel gegen dieses Gift, welches zu schweren Erkrankungen führen kann. Deshalb sollten immer Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit diesen Samen getroffen werden.
Die Samenschale kann unterschiedliches Aussehen und Eigenschaften besitzen. Dicke und feste Samenschalen sind beispielsweise bei den Kokosnüssen zu finden, hauchdünne Samenschalen hingegen bei Erdnüssen.
Den Reifegrad des Samens kann man anhand der Samenschale bestimmen. Ist die Samenschale sehr dunkel gefärbt, ist er reif zum Ernten. Die Samenschale kann aber erheblich beschädigt werden, wenn die äußeren Einflüsse nicht stimmen. Wird der Samen zu feucht gelagert, kann die Samenschale schimmeln und der Keimling verdirbt. Auch große Hitze oder Sonneneinstrahlung kann das Keimen verhindern, da die Samenschale gänzlich austrocknet.
Bei der Verarbeitung zu Mehl werden die Getreidekörner regelrecht zerstört. Die Samenschale muss aufgebrochen werden, um an den Mehlkörper zu gelangen. Verschiedene Verfahren werden angewandt. Die Samenschale, die bei der Verarbeitung zu Mehl anfallen, werden als Spreu bezeichnet und dienen oftmals als Tierfutter, da sie immer noch wichtige Mineral- und Nährstoffe besitzen. Lediglich bei den Getreidesprossen kann die Samenschale mit verzehrt werden.
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